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Home · CLASSIC JOURNAL · Werkstatt · Rostschutz · Trockeneis-Verfahren - technische Details
Trockeneis-Verfahren - technische Details PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Jürgen Feye-Hohmann   
Dienstag, den 12. Juni 2007 um 18:21 Uhr
Teil 1: Das Trockeneisstrahlen…ein neues Verfahren für klassische Automobile.

Dieses Verfahren kommt ursprünglich aus der Gebäudereinigung und wurde dort zur Denkmal bzw. Fassadenreinigung eingesetzt.

bsp_id63__159bodennachstrahlen.jpg Die häufigste Anwendung bei Oldtimern ist die Unterbodenschutzentfernung, das Entlacken der Karosserie und das Reinigen von Motorräumen, Bauteilen oder sogar Innenräumen. Die Wirkungsweise basiert unter anderem auf den bisherigen Festkörperstrahlverfahren (Sandstrahlen oder Glasperlstrahlen) zusätzlich ist hier der Faktor Kälte -79 °C bei CO2-Pellets und der Sublimationseffekt.

Am meisten verbreitet ist das Strahlen mit 3-5mm bsp_id63__710bodengrundiert.jpgTrockeneis-Pellets, da dieses diebsp_id63__270bodenschwarzwachs.jpg effektivste Abtragsleistung aufweist. Dennoch werden unter anderem Block- und Schneestrahlanlagen z.B. in der Motor- und Innenraumreinigung verwendet. Natürlich kann auch mit der normalen Pellet-Strahlanlage der Motorraum gereinigt werden, hierzu sollten allerdings die Betriebsdrücke gesenkt und das Strahlmittel mit einem so genannten Splitter zerkleinert werden.

Beim „Schneestrahlen“ wird im Vergleich zum herkömmlichen TRS-Strahlen ein Trockeneispulver <1mm Korn verwendet, welches weniger abrassiv (abtragend) und sich somit für „trockenes“ und sanftes Reinigen bestens eignet. Nach jahrelangem Einsatz an Fahrzeugen haben sich wesentliche Einsatzgebiete mit Vorteilen aber auch Nachteilen gegenüber. herkömmlichen Strahlmethoden herauskristallisiert.

Wesentliche Einsatzgebiete/Vorteile:

  • Rückstandsfreies Reinigen/Strahlen (z.B Unterbodenschutzentfernung, Klebereste entfernen)
  • Entlacken ohne Oberflächenveränderung am Metall (kein Aufrauen, Verzug , Phosphatschicht bleibt erhalten)
  • kann an fahrbereiten bzw. zusammengebauten Fahrzeugen angewendet werden (es kann über Gummi, Kabel, Leitungen etc. gestrahlt werden)
  • keine Strahlreste
  • Perfekte Methode zur Restaurationsvorbereitung ( das Freilegen von Rost, Entfetten und Entölen von U-Boden/Fahrwerk etc, Teilereinigung),
  • Einsatz bei Fahrzeugkauf/Verkauf zur Fahrzeugbewertung, Rostschädenanalyse bzw. Zustandsbewertung
  • Durch das Unterboden- und Motorreinigen kann eine erhebliche Zustandsaufwertung und somit eine Werterhöhung des „Klassikers“ erreicht werden.

Nachteile:
  • Rel. teure Anwendung, da sehr energieintensives Verfahren
  • Rost wird nicht entfernt, sondern nur freigelegt
  • Strahlgut (Trockeneis) nicht wieder verwendbar, sondern Verbrauchsgut (muss angeschafft werden)
  • Bei falschen Zustelldaten (Betriebsdruck, Eisverbrauchsmenge) uneffektiv
  • Erfordert sorgsames Rüsten/Schützen der Fahrzeuge beim U-Schutzentfernen, wenn an fahrbereiten bzw. fertig restaurierte Fahrzeuge gestrahlt wird

Teil 2 Verfahrensbeschreibung wissenschaftlich

rh.bsp_id63__462radhausvorher.jpg Das Trockeneisstrahlen ist Druckluftstrahlverfahren, bei dem als Strahlmittel ein zum Reinigen eingesetzt. Trockeneis ist elektrisch nicht leitend, chemisch innert, ungiftig und nicht brennbar. Im Gegensatz zu anderen Strahlmitteln festes Kohlendioxid, so genanntes Trockeneis, mit einer Temperatur von minus 78,5 °C eingesetzt wird. Das Verfahren wird in der Oberflächentechnik geht Trockeneis bei Umgebungsdruck ohne Verflüssigung direkt vom festen in den gasförmigen Zustand über. Durch eine spezielle Strahldüse werden die Trockeneispartikel mit Druckluft beschleunigt und treffen mit annähernder Schallgeschwindigkeit auf das zu reinigende Bauteil.

Beim Reinigen wird die zu entfernende Schicht lokal unterkühlt, versprödet und löst sich aufgrund unterschiedlicher Wärmeausdehnungskoeffizienten vom Substrat. Nachfolgende Trockeneispartikel dringen in die Sprödrisse ein und sublimieren beim Auftreffen schlagartig. Durch die Volumenvergrößerung bei der Sublimation um etwa das 550-fache, wird die zu entfernende Schicht vollständig vom Substrat getrennt.

rh.bsp_id63__270nachstrahlen.jpg Die Vorteile dieses nur wenig abrasiven und korrosiven Verfahrens liegen in der geringen Schädigung durch das Strahlgut sowie der Tatsache, dass nach der Bearbeitung kein Reinigungsmedium zur Entsorgung zurückbleibt. Aufgrund der Möglichkeit, kleinste Geometrien schädigungsarm und ohne Demontage bearbeiten zu können, wird das Trockeneisstrahlen in der Industrie erfolgreich zum Reinigen von Gussformen, zum Entlacken von Baugruppen, Reinigen von Austauschmotoren sowie dem Beseitigen von Gummi, Öl, Silikon und Klebstoffen eingesetzt. Im Bauwesen wird es zur Entfernung von Anstrichen und Graffitis eingesetzt.

Die heutige TRS-Anwendung konzentriert sich wenigerrh.bsp_id63__265plastinol.jpg auf das reine Trockeneisstrahlen, sondern dient hauptsächlich der so genannten Unterbodenaufbereitung. Hier wird das Trockeneisstrahlen verwendet um Schmutz- bzw. fettfreie Unterbodenflächen herzustellen, diese werden in weiteren Schritten aufwendig aufbereitet und anschließend konserviert mit Produkten von z.B. Fertan oder MikeSanders Rostschutzfett.

Teil 3 Kosten (nur Beispiel – bitte Angebot einholen)

Fahrzeug vorbereiten, rüsten
  • Demontage Auspuff
  • Demontage Kraftstofftank
  • Abhängen Benzinpumpe, Benzin-Leitungen, falls benötigt
  • Abkleben Karosserie Lackbereich von aussen
  • Fotodokumentation Kostenpunk hier pauschal wie beschrieben Fahrzeuggrösse MG A/B/C GT etc. ca. 1000 euro zzgl. MwSt. +- 20% je nach Fahrzeuggrösse und Schichtstärke

Bericht mit freundlicher Unterstützung von Herrn Alexander Schwan / www.Carblast-Stuttgart.de
Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 08. Oktober 2009 um 14:41 Uhr
 

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