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Home · CLASSIC JOURNAL · Szene Allgemein · Szene Allgemein · Oldtimer an der Klippe?
Oldtimer an der Klippe? PDF Drucken E-Mail
Dienstag, den 22. November 2011 um 18:24 Uhr

Überlegungen des DEUVET zur Zukunft der Szene

Schloss_Dyck_2011_198Uns Oldtimerfahrern geht es gut: Wir haben H-Kennzeichen und günstige Versicherungen, dürfen in Umweltzonen fahren, die Teileversorgung ist gut dank der Unterstützung vieler Hersteller, unsere Fahrzeuge sind ausgesprochene Sympathieträger. Dies ist eine goldene Zeit für Oldtimer. Leider ist es ein sehr zerbrechliches Glück. Seit Jahren warne ich vor den Gefahren und habe diverse Szenarien zusammengestellt, die in loser Abfolge 2011 und 2012 als DEUVET Newsletter erscheinen werden.
Szenario: Oldtimer – nein danke?
„Das war noch ordentliche Technik!" - „Mein Onkel hat auch so einen gefahren!" - „Ach ist der schön. Warum bauen sie sowas heute nicht mehr?"

Oldtimer sind sympathisch. Wo man hinkommt, leuchten die Gesichter auf, gehen die Daumen hoch: an der Tankstelle, vor der Eisdiele, bei einer Durchfahrtskontrolle auf der Ausfahrt.
Goodwood_2011_143Stellen Sie sich nun folgendes vor: Zehn Jahre sind vergangen, das Wetter ist gut, Sie holen Ihren Oldtimer aus der Garage für eine kleine Ausfahrt. Bevor Sie den Stadtrand erreichen, sind einige Ampelkreuzungen zu überqueren. Und vor einer roten Ampel herrscht Stille – alle wartenden Neufahrzeuge sind entweder vollelektrisch oder Hybride mit Elektroantrieb oder besitzen eine Abschaltautomatik für Ampelstopps.
Sie stehen mit Ihrem Auto in der Ampelschlange, der Motor ist noch kalt und läuft vielleicht ein bisschen unrund, der Choke ist noch gezogen. Und Sie fühlen Blicke aus umstehenden Fahrzeugen auf sich. Demonstrativ gleitet ein Seitenfenster nach oben, während drinnen jemand die Nase rümpft und etwas von „alter Stinker" murmelt. Ein Radfahrer schüttelt unwillig den Kopf, und plötzlich kommt Ihnen das Motorgeräusch Ihres Autos, das Sie sonst so gern hören, ziemlich laut und primitiv vor.
Dann schreit jemand „Stell wenigstens deinen Motor aus, wenn du schon die Umwelt verpesten musst!"

Sie spüren, dass die Stimmung kippen wird – und noch immer springt die Ampel nicht auf grün. Wie sollen Sie den Menschen rundum erklären, dass die Sechs-Volt-Elektrik Ihres Autos nicht lange mitmacht, wenn Sie tatsächlich vor jeder Ampel den Motor abstellen, so wie es üblich geworden ist. Wie wollen Sie erläutern, dass Ihr Fahrzeug als technisch-historisches Kulturgut anerkannt ist – wie man am H im Kennzeichen ablesen kann – und als solches eben Emissionen abgibt, wie sie vor 60 oder 70 Jahren üblich waren? Dass die Motoren damals auch nicht so öldicht waren wie heute und man selbst mit frischen Simmerringen und Ölzusätzen da und dort einen Fleck hinterlässt? Dass ein altes Auto eben in den Beschleunigungswerten altertümlich ist und deshalb nicht so flink in den dichten Fließverkehr einscheren kann wie ein modernes? Dass es vielleicht auch mühsam zu schalten ist, oder einen steilen Hang nur im zweiten Gang schafft?

Ente1-800Das Wohlwollen der Öffentlichkeit ist fragil, es kann schon heute in alltäglichen Situationen zerbrechen.
Der Witz dabei: Unsere Repräsentanten stehen Oldtimern derzeit wohlwollend gegenüber – aber sobald Politiker spüren, dass sich der Wind wendet, ist es mitdiesem Wohlwollen vorbei. Kampagnen gegen „alte Stinker" und „Spielzeuge für Reiche" sind  zurzeit noch Randerscheinungen – aber dies kann sich schnell ändern. Ein paar Medienberichte können genügen, um einen Stimmungsumschwung zu provozieren.
Wir möchten verhindern, dass Oldtimer zum Objekt einer Wahlkampf-Kampagne werden, zum Spielball der Profilierung eines Politikers oder einer Medien-Redaktion. Unsere Arbeit richtet sich darauf, die Wertschätzung für alte Technik beim Gesetzgeber zu festigen, und die gesetzlichen Grundlagen für eine Verankerung von Oldtimern in der Öffentlichkeit zu schaffen.

Die kommenden Gefahren und Aufgaben zu meistern, wird uns aber nur mit dem Mandat der Szene gelingen. Unterstützen Sie uns! Unsere Arbeit ist wichtig für alle, die auch in fünf, zehn oder zwanzig Jahren noch ihren Oldtimer oder Youngtimer fahren möchten.

Ihr DEUVET Team / Maik Hirschfeld

PxC-8001Rasenkfer-800"Elektro - Smart"
Diese Fotos wurden von Phoenix Contact bereitgestellt. Der bekannte Hersteller innovativer Elektrotechnik entwickelt und produziert zahlreiche Komponenten für Elektro-Ladestationen. Der Umwelt zu liebe und auch um eigene Produkte (z.B. Ladestecker ) im täglichen Betrieb zu testen, sind mehrere  Elektro-Smart – Fahrzeuge im Einsatz. Die Umrüstung von Benzin auf Elektroantrieb wurde bei der Firma „BEA-Tricks" vorgenommen.

 

Die Antwort von ClassicIndex.eu:


Ente3-800Sehr geehrter Herr Hirschfeld, es gibt für jedes Problem eine Antwort. Man muss sie nur finden und dann auch zulassen. Das Politik das Auto für ihre Zwecke nutzt, das wird sich nicht ändern lassen. Und die Oldtimer selbst? Ich bin sicher, dass viele Menschen diese liebenswerten Schätze auch weiter gerne tolerieren werden. Auch was die Umweltfreundlichkeit von von Oldtimern betrifft, da müssen wir uns keinen Bären aufbinden lassen. Sehen Sie dazu bitte den Bericht "Alter Stinker oder was?".
Was den Antrieb von Oldtimern betrifft, da müssen sich die etwas älteren Enthusiasten ganz sicher keine Sorgen machen. Sie werden auch in 10 Jahren noch Benzin bekommen. In 20 Jahren wir die „Ladestation" vermutlich nur noch eine einzelne Super-Plus- / Diesel-Säule haben. Ob man in 30 Jahren den Sprit wieder aus der Apotheke bekommt, das wird möglicherweise nicht mehr unser Problem sein. Trotzdem sollten wir schon heute an die "nach uns" denken.
Sie und Ihre DEUVET, Sie schauen weit voraus. Wenn wir eine Lösung für die auf uns zu kommenden Veränderungen finden möchten, dann müssen wir Änderungen an den Fahrzeugen zulassen, die vom Original abweichen. Natürlich kann auch ich mir nicht vorstellen, dass man in einen in Bugatti Typ 50B von 1938 den 8-Zylinder-Motor gegen einen EEnte2-800lektromotor ersetzt. Diese Einstellung wird sich bei den jüngeren Enthusiasten in einigen Jahren unter Umständen ändern müssen. Warum unterstützen wir das nicht schon jetzt. Möglicherweise sollten wir den Spinnern und Customizern etwas mehr Spielraum lassen. Die Firma „Albertronic-123 ignition" und ihre tollen Zündverteiler kennt fast jeder Oldtimerfreund. Das Herr de Gier auch einen Oldtimer mit Elektromotor entwickelt und gebaut hat, das ist weniger bekannt. Es ist nur eine 2CV-Ente, also nicht ganz so schlimm. Aber es ist einer der ersten Oldtimer mit Elektroantrieb. Das Teil fährt sich fantastisch und ist flotter unterwegs als das Original. Sicher gibt es noch weitere kreative Köpfe in der Szene, die ähnliches entwickeln können. Heute ist es nur eine alternative Lösung. In einigen Jahren können wir möglicherweise froh sein, dass auch Oldtimer dneues_projektamit weiter fahrbar bleiben. Auch wenn das noch nicht sein muss, so sollten wir es zumindest zulassen, dass auch so etwas in Umweltzonen darf. Wir möchten doch alle, das auch Vintage Cars noch lange auf der Straße bleiben. Die Beispiele hier zeigen, dass es möglich ist.

E-Type E-Type-2 E-Type-Socket

Jaguar "E" - Type
Der On- und Offshore-Windenergie - Spezialist "Windreich AG" möchte mit diesem Projekt auf sein Engagement im Bereich der der E-Mobilität aufmerksam machen, damit das Unternehmen auch von der Autoindustrie als kompetenter Partner wahrgenommen wird.

Das Ziel:
Die Elektrifizierung eines Jaguar E - Types war zum 50. Geburtstag der Sportwagen-Ikone genau das richtige Objekt. Das Kürzel „E" bekam hier eine ganz neue, zeitgemäße Bedeutung.

Das Elektromobilität nicht zwingend etwas mit langsam und unsportlich zu tun hat, das zeigt dieser Jaguar E-Type, den der Energy-Spezialist "Windreich" auf die Räder gestellt hat. Hier bekommt der Name "E - Type" eine ganz neue Bedeutung. Das Fahrzeug hat bereits an verschiedenen Sportveranstaltungen erfolgreich teilgenommen.

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Sehen Sie dazu [hier] einen weiteren Hinweis den wir zu weiteren Elektro-Oldtimern bekommen haben.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 25. März 2012 um 10:12 Uhr
 

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