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Rarität aus den 30er Jahren in zeitgenössischer Wellblechgarage
Maserati-Sammler aus Süddeutschland bringt den Monoposto an den Ring
Größter Rennerfolg des Wagens war der Sieg beim Grand Prix de Pau 1936. Ein faszinierender und seltener Rennwagen aus dem Jahr 1935 schmückt in diesem Jahr das Plakat des 39. AvD-Oldtimer-Grand-Prix und wird vom 12. bis 14. August 2011 auf dem Nürburgring im Renneinsatz zu erleben sein.Der Maserati V8 RI startet in den beiden Rennen der Historic Grand Prix Cars bis Baujahr 1961 am Samstag und Sonntag (13.10 Uhr bzw. 12 Uhr) und trifft dort auf geschichtsträchtige Rennwagen aus vier Jahrzehnten.
So gehen beispielsweise zeitgenössische Maserati 6 CM und 8CM aber auch die Stars der 50er Jahre – wie Maserati 250F oder Cooper Alta, Bristol und Climax - mit dem V8 RI auf die StreckDer blaue Monoposto gehört einem Maserati-Sammler aus Süddeutschland und hat die Chassis Nummer 4503. Es ist ein in mehrfacher Hinsicht einzigartiger Rennwagen, der 1935 und 1936 nur vier Mal gebaut wurde. Der V8 RI war der erste Maserati, dessen Räder einzeln aufgehängt wurden, an unabhängigen Schwingachsen. Dafür steht die Abkürzung RI - für "ruote indipendenti". Zudem war der V8 RI das erste Grand Prix Auto mit V8-Motor und mit rund einer Tonne Gewicht für damalige Verhältnisse außergewöhnlich schwer. Dementsprechend mehr Muskelkraft musste und muss eingesetzt werden, um den Wagen zu bewegen. Die anderen Rennautos, gegen die der V8 RI 1936 antrat, waren 250 Kilogramm leichter. Klangvolle Namen dominierten damals das Renngeschehen. Die Silberpfeile von Auto Union und Mercedes Benz waren kaum zu schlagen, gesteuert von Rudolf Caracciola, Manfred von Brauchitsch, Hermann Lang, Bernd Rosenmeyer und Hans Stuck.
Der Maserati V8 RI mit der Chassis Nummer 4503 wurde vom französischen Privatfahrer und Le Mans-Sieger Philippe Étancelin eingesetzt und trägt deshalb auch die französische Rennfarbe blau. Am 1. März 1936 gewannen Pilot und Auto den Grand Prix de Pau und dieser Sieg auf dem Stadtkurs im Südwesten Frankreichs sollte der einzige große Erfolg bleiben. Étancelin fuhr mit dem Monoposto zwar die komplette Saison, fiel in den Rennen jedoch meist aus – beim Großen Preis der Schweiz beispielsweise wegen eines gebrochenen Schalthebels. Ein Jahr später zog es den Franzosen mit dem V8 RI in die USA, er fuhr damit den Vanderbilt Cup und verkaufte den Maserati dann an einen Amerikaner. Nach einer weiteren Saison wurde der Monoposto auf Hawaii untergestellt, verbrachte nach dem zweiten Weltkrieg einige Jahre bei einem Rennenthusiasten an der Westküste, wurde 1978 nach Großbritannien verschifft und landete schließlich bei einem deutschen Sammler. Sein jetziger Besitzer, der mit dem V8 RI nun am AvD-Oldtimer-Grand-Prix teilnimmt, restaurierte den Wagen in den vergangenen Jahren aufwendig und freut sich auf den Renneinsatz in zweieinhalb Wochen. Vor und nach den Rennläufen wird der Monoposto am Nürburgring im historischen Fahrerlager ausgestellt, wie auf dem Plakat zu sehen in einer der charakteristischen Wellblechgaragen.
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