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Römö Beach Racing

Geht es wieder zum „Goodwood Revival“ oder zum „Rømø Motor Festival“, das war 2018 die Frage. Während es in Goodwood, auf einer echten Formel-1-Rennstrecke, richtig zur Sache geht, fährt man am Strand von Rømø eher mit einem breiten Grinsen um die Wette.
Wir haben richtig entschieden. Sehr empfehlenswert, fast ein Muss für jung und etwas verrückt gebliebene Petrolheads.

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Das Rømø Motor Festival
Eine Gruppe dänischer Hot Rod & Custom - Enthusiasten hat am Strand der Insel ein Oldtimer-Rennen organisiert. Die Idee hat ein historisches Vorbild. In den Jahren 1919–1924 wurde ein Rennen, am Strand der Nachbar-Insel Fanö veranstaltet. Auf einer 200 Meter langen Beschleunigungsrennstrecke ging es im Zweikampf um Bestzeiten. Für das Remake wurde der extrem weite und lang gezogene Sandstrand auf Rømø gewählt. Die feste und ebene Fläche und die für Teilnehmer und Zuschauer bessere Erreichbarkeit der Insel Rømø, waren der Grund für den Ortswechsel.
Die Veranstaltung:
Bei dem Vintage-Style-Rennen auf Rømø war fast alles anders, als das was, man von anderen Oldtimerrennen her kennt. Die Organisatoren hatten die Teilnahme auf Vorkriegs-Rennwagen und bei den Motorrädern auf Fahrzeuge bis 1947 begrenzt. Etwa 110 Teilnehmer waren aus 11 Ländern angereist – Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Frankreich, Österreich, England, Schweiz, Holland, Spanien und Deutschland. Die Besucherzahl soll bei über 10.000 gelegen haben, wobei viele Zuschauer mit ihren historischen Fahrzeugen angereist waren.
Auch bei den Kosten war alles anders, denn alles war absolut frei. Keine Teilnehmer-Gebühr, absolut freier Eintritt für Zuschauer und auch keine Werbung an der Rennstrecke. Und Bier ja, aber Bier-Ernst gab es auch nicht. Spaß und tolle Stimmung standen bei diesem Spektakel deutlich im Vordergrund.
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Hot Rods

Die Zeit der Hot Rods und Custom Cars begann in den USA schon vor dem Zweiten Weltkrieg. Teenager bastelten an alten Autos herum, um mit diesen so schnell wie möglich fahren zu können. Bereits in den 1920er Jahren fuhren sie mit ihren umgebauten Fahrzeugen, auf den trockenen Salzseen, nördlich von Los Angeles und auf den Straßen von Süd-Kalifornien, um die Wette.
Die Idee war einfach: Kaufe den billigsten Roadster den du finden kannst (weil Roadster sie am leichtesten waren). Fahrzeuge, wie die vier-Zylinder Ford Model Ts oder ihre Nachfolger, wie das Vier-Zylinder-Modell A oder der 32ger B waren dafür besonders gut geeignet. Diese Autos waren damals sehr billig, reichlich vorhanden und wegen des starren Rahmens sehr einfach umzubauen. Man reduzierte das Gewicht, indem man alles abgebaute, was nicht benötigt wurde, um damit dann so schnell wie möglich fahren zu können. Dinge wie Kotflügel, Scheinwerfer, Motorhaube und ein Dach brauchte man dafür nicht. Billige, gebrauchte Reifen ohne Profil waren für diese Rennen bestens geeignet. Natürlich wurde auch die Motorleistung optimiert. Höhere Kompression, verbesserte Zündeinstellung, zusätzliche Vergaser und schärfere Nockenwellen waren auch damals schon üblich.
Mit so veränderten Fahrzeugen lieferten sich dann jeweils 2 Fahrzeuge ein Beschleunigungsrennen auf den bis zu 1 Meile langen Strecken oder später auch schon mal zwischen 2 Ampeln. Die Besitzer dieser frühen Hot Rods waren somit die Pioniere des heutigen Drag Racings.
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Die teilnehmenden Fahrzeuge
Einige der Fahrzeuge waren absolut original restauriert oder wiesen sehr gepflegte Patina auf. Der überwiegende Teil der teilnehmenden Fahrzeuge entsprach eher dem, was hier bereits unter Hot Rods beschrieben wurde. Fast alles Überflüssige lag abgebaut im Sand des Fahrerlagers oder hatte schon bei der Anreise gefehlt. Viele Fahrzeuge waren nicht nur getunt, sondern auch optisch, manchmal auch mit viel Humor, deutlich verändert worden. Den überwiegenden Teil der Rennwagen und Motorräder könnte man als dringend restaurationsbedürftig, ansehen. Mit Blick zurück auf die Historie, entsprach aber vieles sehr stark den Originalen aus den 40ger und 50 Jahren. Alle Fahrzeuge, bei denen der originale Vierzylinder-Motor gegen einen leistungsstärkeren V8 ersetzt wurde, hatten hier den Flat-Head eines Nachfolgemodells bekommen. Moderne US-Aggregate hatte keiner der Teilnehmer verwendet. Auch die alten Stangenbremsen blieben überwiegend erhalten und bei den schmalen Speichen-Rädern setzte man ebenfalls auf das Original. Das der Felgendurchmesser hinten vergrößert wurde, wurde der höheren Leistung und längeren Übersetzung geschuldet. Man musste schon genau hinsehen, um zu erkennen, dass die meisten Fahrzeuge nicht einfach billig zusammengebastelt waren sondern, wenn auch etwas anders als üblich, mit viel Aufwand topp restauriert waren.
Wie damals, so haftet auch den Hot Roddern von heute noch ein gewisses Rebellenimage an. Auch auf Rømø wurde das deutlich, störte aber niemanden, im Gegenteil. Wie schon eingangs erwähnt, ging es um Spaß und um die tolle Stimmung. Das galt für die Teilnehmer, genauso wie für die Zuschauer, die mit ihren historischen Fahrzeugen in der ersten Reihe stehen durften.
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Das Rennen

Genau wie früher, fuhren immer 2 Fahrzeuge um die Wette. Nach Freigabe der Strecke wurde das Rennen mit wild geschwungener Flagge gestartet. Die Fahrer gaben alles, die Starterin aber mindestens genauso. Die Zeit wurde gemessen, wenn das Rennen, am Ziel genauso schwungvoll abgewunken wurde. Zurück zum Fahrerlager ging es dicht an den begeistert pfeifenden und klatschenden Zuschauern vorbei. Wie die Teilnehmer, so hatten sich auch viele Besucher, im Stil der 1930’s-1940ger Jahre und zu ihren Fahrzeugen passend gekleidet. Im Fahrerlager war es Pflicht.
Alle Teilnehmer durften über den Tag verteilt mehrfach starten. Ein Ungetüm, das von einem Spitfire – Flugzeugmotor angetrieben wurde, startete aus Sicherheitsgründen ohne Gegner. Vermutlich hätten ihn, wegen des Gewichtsunterschiedes, selbst die frühen Ford-T-Racer auf der kurzen Strecke zersägt. Ein wunderschön restaurierter Opel 12,3-Liter Grand-Prix Rennwagen von 1913, der bereits in den 1920er Jahren beim Strandrennen auf der Insel Fanö teilgenommen hatte, war auch dabei. Leider konnte er jedoch wegen eines Motorschadens nicht mitfahren.
Pokale und Ergebnisse gab es erst später, am Abend auf einer großen Fete mit Essen, Trinken und Rock&Roll und Rockabilly Bands.
Zu der Stimmung an der Rennstrecke muss nichts gesagt werden. Die Bilder sprechen für sich. Gerne sind wir auch in 2019 dabei, ist schon fest eingeplant

Diesen Bericht durften wir mit freundlicher Genehmigung der AUSTRO CLASSIC übernehmen. Das Magazin Nr.6/2018 können Sie beim Verlag bestellen.

Sehen Sie dazu auch diesen Film von der Veranstaltung.
Mehr Informationen und Ansprechpartner findet man hier!

Mittwoch, 30. Januar 2019
Jürgen Feye-Hohmann
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